Long time no see: Nach einem wilden Sommer melde ich mich zurück mit den aktuellen Entwicklungen in meinem Vermögensaufbau. Spoiler: läuft bei mir!
August und September standen ganz im Zeichen der Berge und der Qualitytime mit Freunden. Ich merke immer stärker, wie das Finanzthema in den Hintergrund rücken darf und ich nur noch an kleinen Hebeln drehe. Zwischen zwei und vier Mal im Monat schaue ich nach den aktuellen Kursentwicklungen und wie es meinen Depots so geht.
Dank der Vereinfachung bzw. Reduzierung meiner Depots vor einiger Zeit sind meine Übersichten nur noch drei Klicks entfernt. Hier hat sich der Initialaufwand absolut gelohnt, mehrere Konten zusammenzulegen und mich auf wenige(r) Banken zu beschränken. Das hat es massiv erleichtert, den Überblick zu bewahren.
Mein einziger Wehrmutstropfen ist aktuell EstateGuru im P2P-Bereich. Statt das Thema auszusitzen hätte ich vermutlich schon früher die Reißleine ziehen müssen. Dafür konnte ich mich endlich, ENDLICH von einer Position trennen, mit der ich mich ab dem Kauf unwohl gefühlt habe.
Aber nun der Reihe nach.

Finanzielle Eckdaten August 2025:
- Sparquote: 45%
- Rich-Bitch-Status: 62,1
- Passive Einkünfte aus Dividenden und Zinsen: 554,68 Euro
Finanzielle Eckdaten September 2025:
- Sparquote: 62%
- Rich-Bitch-Status: 63,5
- Passive Einkünfte aus Dividenden und Zinsen: 344,93 Euro
Finanzielle Eckdaten Oktober 2025:
- Sparquote: 59%
- Rich-Bitch-Status: 65,5
- Passive Einkünfte aus Dividenden und Zinsen: 413,57 Euro
Aktien & ETFs
Während ich auf dem Berliner Höhenweg herumgeklettert bin, konnte ich mich im August wieder über einige Dividenden freuen:
- Omega Health
- AT&T
- Realty Income
- LTC
- Apple
- ASML
- Ing Group
- Verizon Communications
- JPM
- Cogeco
Insgesamt kamen im August Dividenden in Höhe von 408,41 Euro zusammen.
Im September zahlten ebenfalls einige Unternehmen eine Gewinnbeteiligung aus:
- Realty Income
- PepsiCo
- Unilever
- LTC
- Pfizer
- Microsoft
- Aurelius
- Meta
- JPM
- Main Street Capital
- Wendys
Der September brachte mir so 201,32 Euro an Dividenden ein.
Damit lag der September sogar knapp 30 Euro unter dem Vorjahresergebnis, was natürlich super schade ist und mich – wieder einmal – zu der Frage bringt, ob es sinnvoll sein kann, allein aus Motivationsgründen bestimmte Aktien aufgrund des Zeitpunkts ihrer Dividendenzahlungen auszuwählen. Ich hatte mir die Frage schon mehrere Male gestellt, und immer ging es um den Herbst … aber bisher bleibe ich vernünftig und schlucke die schwächeren Monate, statt sie künstlich zu pimpen. Qualität geht über Dividendenzahlungszeitpunkt, oder wie sagt man immer so schön …?
Dafür gab es im Oktober good news dank folgender Dividendenausschüttungen:
- Realty Income
- LTC
- Vanguard ETF
- Aurelius
- Orion Office REIT
- FTSE All-World High Dividend
- NVIDIA
JPM - Main Street Capital
Auch, wenn die Liste nicht allzu lang ist, so hatte ich im Oktober insgesamt 269,73 Euro an Dividenden zu verzeichnen. Das ist jetzt erstmal nicht so super weit weg vom Ergebnis im September. Aber dafür umso weiter weg vom Vorjahresergebnis! Im Oktober 2024 waren es nur 49,92 Euro an eintrudelnden Dividenden. Hier hat sich also echt etwas bewegt. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen 🙂
Den Oktober habe ich außerdem dazu genutzt, mich von meiner Position Alibaba zu verabschieden. Hier habe ich vor einigen Jahren gelernt, was es bedeutet, ins fallende Messer zu greifen. Seither lag mir die Position schwer im Magen – auch aus politischen Gründen. Und ja, mir ist bewusst, dass Standard-ETF-Investoren immer auch in chinesische Aktien investieren. Doch mit chinesischen Einzelaktien habe ich mich schlicht total unwohl gefühlt, konnte mich aufgrund des stark gefallenen Kurses jedoch nicht dazu durchringen, die Verluste zu realisieren und einen Cut zu machen.
Nun wurde mir die Chance im Oktober auf dem Silbertablett serviert, also habe ich nicht lange gefackelt und mir diesen Dorn – mit einem nicht nennenswerten einstelligen Verlust – gezogen. Danach fühlte ich mich fast erleichtert; es war also definitiv der richtige Schritt, den ich hier gegangen bin.
Ehrlicherweise gibt es in meinem Portfolio noch 2-3 Kandidaten, mit denen ich seit Kauf unglücklich bin, aber sie trotzdem in meinem Depot rumgammeln lasse. Verlustrealisierungen fallen mir endlos schwer, auch wenn mir rational klar ist, dass diese Denke Quatsch ist und das nicht-verlustierte Geld durchaus aktiv zu meinem Vermögensaufbau beitragen könnte, wenn es nicht in irgendeiner Mist-Position zum Ausharren verdammt wäre. Aber bei aller Zahlenaffinität sei meinem Reptiliengehirn diese seltene Irrationalität gewährt.
Derweil liefen die Sparplanausführungen wie gewohnt weiter; nur Wendy’s habe ich aktuell pausiert. Fallendes Messer und so.
P2P & Zinsen
P2P plätschert leise, aber zuverlässig vor sich hin. Daher konnte ich folgende Ergebnisse mit den Privatkrediten erreichen:
- August: 138,27 Euro
- September: 135,17 Euro
- Oktober: 135,02 Euro
Mit diesen Ergebnissen bin ich sehr zufrieden – auch wenn sie zum allergrößten Teil Bondora Go&Grow geschuldet sind.
Derweil zerbreche ich mir über EstateGuru den Kopf: Nach den gestiegenen Kosten und Fees für nicht aktiv investierende Accounts kann ich das Ganze jetzt wohl bis zum Sanktnimmerleinstag laufen lassen, wenn ich nicht will, dass die Gebühren während des Abschöpfungsprozesses – was mehrere Jahre dauern kann – die auszuzahlenden Investments komplett schlucken. Ob hier der Zweitmarkt eine gute Lösung sein kann?
Obendrauf kamen noch Zinsen, die sich immer rund um die 8-Euro-Marke bewegen:
- August: 8,00 Euro
- September: 8,44 Euro
- Oktober: 8,82 Euro
Kein Vergleich mehr zu den Zinsen der letzten Jahre, aber immerhin.
Gesamtergebnis: So haben August, September und Oktober zum Vermögensaufbau beigetragen
Wenn ich alle Kapitalerträge der letzten drei Monate addiere, komme ich insgesamt auf 1.313,18 Euro an Dividenden und Zinsen. Zum Vergleich: im Vorjahr kamen im gleichen Zeitraum 1.084,05 Euro zusammen. Das ist zwar keine riesengroße Steigerung, aber sie lässt sich doch sehen. Und alles im vierstelligen Bereich macht mich happy, von daher: keine weiteren Fragen.
Wenn ich mir vorstelle, dass ich alle drei Monate über einen solchen Betrag an passiven Einkünften spreche, dann kann ich doch schon einen sehr guten Part meiner Fixkosten lockerflockig über diese Einkommensströme abdecken.
Mein Großvater hat mich damals zum Investieren animiert mit den Worten: „Jetzt investierst Du ein paar Jahre kräftig, und irgendwann bekommst Du dadurch jedes Jahr ein kleines Sümmchen, mit dem Du die eine oder andere schöne Reise machen kannst.“ Und genau an diesem Punkt bin ich schon heute. Auch wenn ich nach wie vor keinen Cent meines passiven Einkommens abschöpfe, sondern alles schön reinvestiere, damit der Zinseszinseffekt schön reinhauen kann.
Aus meinem Leben

A propos „Reisen aus der Portokasse“: mein Wandersommer hatte seinen Höhepunkt im August, als ich mit Freunden den zweiten Teil des Berliner Höhenwegs gegangen bin. War das eine günstige Reise? Ganz und gar nicht. War es eine fantastische Zeit? Und wie!
Neben dem Berliner Höhenweg stand auch eine recht knackige Tour auf die Meilerhütte an inklusive Klettersteig auf die Dreitorspitze und Abstieg über das Schachenhaus – bekannt durch den Märchenkönig Ludwig. Auch über 2.300 Höhenmeter Abstieg an einem Tag bin ich doch ein bisschen stolz.

Im September haben wir das Bergjahr mit der Besteigung der Zugspitze über den Stopselzieher-Klettersteig abgeschlossen und sind das Ding nicht nur hochgestiegen, sondern spontan auf der anderen Seite über das Gatterl auch wieder runtergewandert. Das war zwar nicht geplant, fühlte sich dafür umso epischer an, als wir schließlich fassungslos wieder am Auto standen. Auch dieser Kraftakt wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben.
Slow and steady: der Schildkröten-Supermove
Direkt von Deutschlands höchstem Berg ging es ins niederländische Flachland: Der Finanzrocker Daniel Korth und ich haben uns um einen Tag bei einem Konzert in Tilburg verpasst. Am gleichen Wochenende stand der Mudder-Run „XletiX“ (Werbung da Markennennung, keine Kooperation) mit Freunden an.

Und ich sag Euch, wie es ist: Ich habe in diesen Wochen extrem viel über mich selbst gelernt. Das wichtigste Learning: Ich erreiche alle meine Ziele, aber eben nicht im Sprint, sondern slow & steady. Nach dem Startschuss des Schlammlaufs sind an mir ganze Teams an Läufern vorbeigezogen. Am Ende holte ich unfassbar viele wieder ein, wie sie da ausgepowert und mit schlimmen Beinkrämpfen kilometerlang durch den Sand des Ostseestrandes stapften. Mein Tempo und die gute Laune behielt ich die gesamten 12 Kilometer hindurch bei, drosselte meine Geschwindigkeit lieber etwas herunter, wenn ich zu schnell wurde, und am Ende konnte ich fröhlich, schlammverschmiert, krampffrei und ohne eine einzige Gehpause ins Ziel joggen.
Und genau so mache ich es auch beim Vermögensaufbau: Lieber langsam und beständig wie eine Schildkröte, aber dafür erreiche ich ganz unaufgeregt meine Ziele, wo andere schon lange aufgegeben haben oder irgendwo falsch abgebogen sind.
Unbezahlter Urlaub: Zeit oder Geld?

Nach so vielen Outdoor-Aktivitäten stand noch ein langes Wochenende in Amsterdam an, wo ich den Aspekt „unbezahlter Urlaub“ einmal in Form eines Einzeltags ausprobieren konnte. Meine bezahlten Urlaubstage für 2025 waren längst ausgegeben, also blieb mir nur, auf unbezahlten Urlaub zurückzugreifen oder in Amsterdam einen Tag remote zu arbeiten.
Als ich mir ausrechnete, welcher Betrag mir durch diesen einen Tag entgehen würde, musste ich kurz schlucken. Aber es war einfach so goldrichtig, auf die Qualitytime mit meiner Freundin zu setzen, statt am Laptop zu vergammeln! Warum? Weil uns dadurch ein wunderbar sonniger, touristenarmer Tag zwischen Grachten und Trüffelpommes an den glitzernden Kanälen geschenkt wurde, während das bedeckte Wetter am darauf folgenden Wochenende eher zu kulturellen Entdeckungen einlud. Wir hätten uns so sehr geärgert, wenn wir am sonnigen Tag gearbeitet hätten!
Wieder eine Erinnerung, die mir keiner mehr nehmen kann.
Erst Karriere, dann Japan
Im Oktober habe ich schließlich nicht nur Alibaba abgestoßen, sondern es ging noch für eine Workation und zum Abschied von einem meiner Lieblingsclubs für einige Tage nach Berlin.
Zwischendurch galt es, ein paar wichtige Entscheidungen in meinem Job zu treffen. Einige Weichen wollten gestellt werden und ich musste reflektieren, was mir für die nächsten Jahre wirklich wichtig ist: Die Karriere in einem für mich sehr anstrengenden Bereich voranzutreiben, oder nach bald 1,5 Jahren beständiger Veränderung etwas kürzer zu treten und stärker auf mich selbst zu schauen.
Ich entschied mich für die ruhigere Variante. Inzwischen bin ich unendlich happy mit der Entscheidung und auch sehr dankbar, dass mein Arbeitgeber sowie mein Team mir diesen Schritt ermöglicht haben.
Für den Rest des Monats standen in erster Linie letzte Vorbereitungen für unsere Japanreise an; da ich hier ein recht ambitioniertes (niedriges) Budget angesetzt hatte und trotzdem super viel machen und sehen wollte, stürzten mein Kumpel und ich uns mit dem Kopf voran in die Recherche sowie in die Vorab-Buchungen. Vorfreude ist halt doch die schönste Freude.
Das ist zwar nicht gut für die Sparquote, aber für die Seele.
Und Spoiler: Dank frugaler Planung konnten wir das gesetzte Budget tatsächlich einhalten! Aber dazu gibt es bald einen eigenen Artikel.
Und Du? Wie liefen die letzten Monate bei Dir? Lass es mich in den Kommentaren wissen!
Juhuuu, ein neuer Artikel von dir!!!
Freue mich, da ich so gerne etwas von dir lese!
Herzlichen Glückwunsch zum erreichten 💪 Der Titel passt ja echt gut.
Bei mir geht es auch langsam aber stetig voran!
Liebe Grüße und schöne Weihnachten 🎄 an alle, Ilona
Hallo Ilona, danke für Deinen netten Kommentar! Super, dass es bei Dir ebenfalls vorwärtsgeht – more to come 🙂
Viele Grüße und frohes neues Jahr, Sventja